Spenden richtig absetzen!

Spenden sind als Sonderausgaben bei der Einkommensteuererklärung abzugsfähig. Was Du beim Abzug von Spenden wissen musst und welche Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug einer Spende erfüllt sein müssen, sind Thema dieses Artikels.

 

Was sind Spenden und wann sind sie absetzbar?

Spenden sind Zuwendungen, die freiwillig veranlasst sind und für die keine Gegenleistung zu verlangen ist. Im einkommensteuerrechtlichen Sinne erfolgen Spenden für mildtätige, religiöse, wissenschaftliche, kirchliche oder förderungswürdiger Zwecke. Es handelt sich somit um Wertabgaben, die aus dem geldwerten Vermögen des Zuwendenden zur Förderung eines steuerbegünstigten Zwecks abfließen.

Der Begriff der Zuwendungen umfasst im Übrigen auch Mitgliedsbeiträge. Es sind nicht nur Geldzuwendungen Spenden, sondern auch die Hingabe von Wirtschaftsgütern, z. B. Bürogeräte. In diesem Falle spricht man von einer Sachspende.

Durch die Spende muss der Steuerpflichtige eine wirtschaftliche Belastung erleiden. Ein Darlehen, das einen Rückzahlungsanspruch begründet, ist demnach keine Spende. Grundsätzlich schließt ein Rückzahlungsanspruch (z. B. durch Nichtvollziehung einer Auflage) jedoch den Abzug als Spende nicht aus. Der Steuerbescheid, in dem die Spende als Sonderausgabe gewürdigt ist, wird zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund dessen korrigiert (rückwirkendes Ereignis).

Zuwendungen sind in dem Jahr abzugsfähig, in dem die Zahlung geleistet wurde. Es gilt das Abflussprinzip. Dies ist demnach auch für Mitgliedsbeiträge anwendbar.

Die Organisation, die die Zuwendung empfängt, ist steuerbegünstigt, wenn nachweislich oben genannte Zwecke verfolgt werden. Grundsätzlich stellt diese sodann eine Spendenbescheinigung aus. Die Spendenbescheinigung dient als Nachweis, dass die Spende tatsächlich geleistet wurde. Ebenso ist auf der Bescheinigung die Steuernummer der Organisation aufgeführt. Dies dient wiederum als Nachweis, dass es sich um eine gemeinnützige Organisation handelt. Handelt es sich um eine Spende bis zu 200,00 Euro, dient als vereinfachter Nachweis auch ein Kontoauszug. Bei Spenden über 200,00 Euro ist die Spendenbescheinigung einzureichen.

 

Höhe der abzugsfähigen Spenden

Zuwendungen für steuerbegünstigte Zwecke sind in Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte abzugsfähig. Zur Erinnerung: Der Gesamtbetrag der Einkünfte ist die Summe der Einkünfte vermindert um den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie den Freibetrag für Land- und Forstwirte.

Für Unternehmer sieht das Gesetz eine Alternativgrenze vor. Diese beträgt vier Promille (4/1000) der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter. Dadurch sind Spenden auch abzugsfähig, wenn der Unternehmer ein so schlechtes Wirtschaftsjahr erlebt hat, dass der Gesamtbetrag der Einkünfte nur sehr gering oder gar negativ ist. Der Begriff der Umsatzerlöse ist hierbei an das Umsatzsteuergesetz angelehnt und Löhne und Gehälter meint handelsrechtlich sämtlichen Personalaufwand.

Spenden, die nicht abzugsfähig sind, sind gesondert von der Finanzverwaltung festzustellen (per Feststellungsbescheid). Der Betrag ist in Folgejahre vortragsfähig und es kann somit später ein Abzug erfolgen.

 

Beispiel:

Der ratlose Unternehmer U hat einen Gesamtbetrag der Einkünfte von 4.000 Euro erzielt. Seine Spenden betrugen 10.000 Euro. Er hat Umsatzerlöse in Höhe von 500.000 erzielt und gleichzeitig Personalaufwand in Höhe von 300.000 Euro verauslagt.

Spendenabzug nach Gesamtbetrag der Einkünfte: 4.000 * 20 % = 800 Euro
Spendenabzug nach Summe der Umsätze und Löhne: 800.000 * 0,4 % = 3.200 Euro

Der Unternehmer U kann somit von den 10.000 Euro geleisteten Spenden insgesamt 3.200 Euro im Veranlagungszeitraum abziehen. Für die übersteigenden 6.800 Euro entsteht also ein Spendenvortrag.

 

Spendenabzug bei der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer

Grundsätzlich erfolgt der körperschaftsteuerliche Spendenabzug wie im Einkommensteuergesetz (siehe oben). Nicht abziehbare Zuwendungen sind dem Gewinn im Rahmen der Körperschaftsteuererklärung hinzuzurechnen sofern sie zuvor in Abzug gebracht wurden.

Nach dem Gewerbesteuergesetz sind Spenden im ersten Schritt dem Gewerbeertrag hinzuzurechnen. Im zweiten Schritt sind die Spenden, sofern abzugsfähig, wieder abzuziehen.

Sowohl im Körperschaftsteuergesetz als auch im Gewerbesteuergesetz gilt die Feststellung des Spendenvortrags kongruent dem Einkommensteuergesetz.

 

Parteispenden

Handelt es sich um Spenden an eine politische Partei, gilt hierfür vorrangig eine direkte Steuerbegünstigung nach § 34g EStG. Somit sind 50 Prozent der Zuwendungen an politische Parteien sofort von der Steuer abzuziehen. Dies ist vorteilhaft gegenüber dem Sonderausgabenabzug vorteilhaft, da nicht der Betrag vor Anwendung des Steuersatzes geschmälert wird sondern die direkte Steuerbelastung.

Die Steuerermäßigung ist auf einen Betrag in Höhe von 825,00 Euro und bei Ehegatten auf 1.650,00 Euro begrenzt. Übersteigende Beträge sind wiederum als Sonderausgaben abzugsfähig, wobei die dafür vorgesehenen Beschränkungen (2o Prozent / 4 Promille) gelten.

Beispiel

Der ratlose R (ledig) hat 10.000 Euro an die Partei P gespendet. Sein Gesamtbetrag der Einkünfte beträgt 100.000 Euro. Seine Steuerbelastung beträgt 20.000 Euro.

Zunächst sind 50 Prozent, höchstens jedoch 825 Euro als Steuerermäßigung in Abzug zu bringen. Daher entfallen 1.650 Euro, um die Steuerbelastung um 825 Euro zu verringern. Die verbleibenden 8.350 Euro der Parteispende, sind als Sonderausgaben abzugsfähig, da 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte 20.000 Euro entsprechen und somit höher sind.

Ergebnis: Es erfolgt eine Steuerermäßigung in Höhe von 825 Euro und ein Sonderausgabenabzug in Höhe von 8.350 Euro.

 

Fazit

Spenden sind grundsätzlich als Sonderausgaben in Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte oder 4 Promille in Höhe der Summe der Umsätze und des Personalaufwandes abzugsfähig. Darüber hinaus entsteht ein Spendenvortrag. Es muss sich um einen steuerbegünstigten Zweck handeln. Vorrangig jedoch erfolgt ein steuerermäßigender Abzug der politischen Parteispenden.